Die Heizkosten im Eigenheim senkst du am schnellsten über die Einstellung deiner Heizung und am nachhaltigsten über Dämmung. Ein Grad weniger spart laut Verbraucherzentrale ungefähr 6 Prozent Heizenergie, eine gut eingestellte Heizkurve und ein hydraulischer Abgleich bringen jeweils etwa 5 Prozent. Dachboden und Kellerrohre zu dämmen ist günstig und für viele neue Eigentümer ohnehin Pflicht.
Im eigenen Haus entscheidest du selbst, was passiert. Hier siehst du, welche Maßnahmen sich lohnen und in welcher Reihenfolge du sie angehst.
Welche Maßnahmen senken die Heizkosten am stärksten?
Am meisten erreichst du mit einer Mischung aus richtiger Bedienung, gut eingestellter Technik und gezielter Dämmung. Die folgende Übersicht zeigt, was die einzelnen Schritte laut seriösen Quellen kosten und bringen. Die Werte sind Durchschnitte und hängen von Haus, Heizung und Energiepreis ab.
| Maßnahme | Aufwand | Wirkung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Raumtemperatur um 1 Grad senken | Keine Kosten | Etwa 6 % weniger Heizenergie | Verbraucherzentrale |
| Programmierbare Thermostate | Ab etwa 10 € je Gerät | Etwa 10 % weniger Energie | Verbraucherzentrale, Umweltbundesamt |
| Heizkurve und Nachtabsenkung einstellen | Einstellung durch Fachbetrieb | Etwa 5 % weniger Heizkosten | Verbraucherzentrale |
| Hydraulischer Abgleich mit neuen Ventilen | 650 bis 1.250 € im Einfamilienhaus | Etwa 160 € im Jahr bei 110 m² | co2online |
| Hocheffiziente Heizungspumpe | Tausch durch Fachbetrieb | Bis zu 120 € Strom im Jahr | Verbraucherzentrale |
| Heizungsrohre im Keller dämmen | 5 bis 10 € Material je Meter | Mehrere Euro je Meter und Jahr | Verbraucherzentrale |
| Oberste Geschossdecke dämmen | 20 bis 80 € je m² | Etwa 7 % weniger Heizenergie | co2online |
Kurz gesagt: Die günstigsten Schritte kosten fast nichts und wirken sofort. Die größeren Maßnahmen rechnen sich über mehrere Jahre.
Was bringt ein hydraulischer Abgleich?
Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die Menge Heizwasser bekommt, die er braucht. Typische Anzeichen für Bedarf sind Heizkörper, die unterschiedlich warm werden, und Geräusche in der Anlage. Nach dem Abgleich wird das Haus gleichmäßiger warm.
Laut co2online kostet ein Abgleich mit neuen Thermostatventilen im durchschnittlichen Einfamilienhaus etwa 925 Euro. Die Spanne reicht von 650 bis 1.250 Euro. Bei 110 Quadratmetern Wohnfläche sinken die Heizkosten dadurch um etwa 160 Euro im Jahr, mit zusätzlichem Pumpentausch um etwa 290 Euro.
Das BAFA fördert die Heizungsoptimierung in Häusern mit bis zu fünf Wohnungen. Laut co2online gibt es 15 Prozent Zuschuss. Den Antrag stellst du, bevor du den Auftrag vergibst.
Kurz gesagt: Der hydraulische Abgleich ist die wichtigste Maßnahme an der vorhandenen Heizung. Er ist auch die Grundlage für eine niedrige Vorlauftemperatur.
Wie stellst du Heizkurve und Vorlauftemperatur richtig ein?
Die Heizkurve legt fest, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich einzustellen, aber so hoch, dass die Räume bei voll geöffneten Thermostatventilen noch warm genug werden. Richtig eingestellt sparst du so etwa 5 Prozent der Heizkosten.
Nachts oder bei längerer Abwesenheit kann die Heizung abgesenkt oder zeitweise abgeschaltet werden. Das passende Programm richtet dir der Fachbetrieb bei der nächsten Wartung ein. Frag bei dem Termin auch nach der Heizungspumpe. Ältere Pumpen verbrauchen laut Verbraucherzentrale viel Strom, moderne Hocheffizienzpumpen rund 90 Prozent weniger.
Kurz gesagt: Lass Heizkurve und Pumpe bei der nächsten Wartung prüfen. Das kostet wenig Zeit und wirkt jeden Tag.
Wie nutzt du Thermostate und Lüften richtig?
Richtig eingestellte Thermostate und kurzes, kräftiges Lüften sind die günstigsten Sparhelfer im Haus. Das Umweltbundesamt empfiehlt möglichst nicht mehr als 20 Grad im Wohnbereich, 18 Grad in der Küche und 17 Grad im Schlafzimmer. Unter 16 Grad sollte ein Raum laut Verbraucherzentrale nicht fallen, sonst droht Schimmel.
Bei klassischen Thermostatventilen entspricht Stufe 1 etwa 12 Grad, zwischen den Stufen liegen jeweils etwa 4 Grad. Programmierbare Thermostate regeln nach deinem Tagesablauf und sparen laut Umweltbundesamt etwa 10 Prozent Energie. Einfache Modelle gibt es laut Verbraucherzentrale ab etwa 10 Euro.
Beim Lüften gilt: Fenster mehrmals täglich ganz öffnen und etwa fünf Minuten kräftig durchlüften, statt sie dauerhaft zu kippen. Gekippte Fenster verschwenden laut Umweltbundesamt Heizenergie und erhöhen das Risiko für Feuchtigkeit an kalten Stellen. Halte außerdem Heizkörper frei von Vorhängen und Möbeln, sonst staut sich die Wärme.
Nehmen wir an, ihr zahlt im Jahr 2.000 Euro fürs Heizen. Senkt ihr die Temperatur in allen Räumen um ein Grad, spart ihr bei etwa 6 Prozent ungefähr 120 Euro. Das ist ein Rechenbeispiel, eure echte Ersparnis hängt vom Haus und vom Energiepreis ab.
Musst du die oberste Geschossdecke dämmen?
Ja, wenn deine oberste Geschossdecke den Mindestwärmeschutz nicht erfüllt, verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) eine Dämmung. Alternativ darf das Dach darüber gedämmt sein. Das regelt § 35 GModG, das seit dem 29. Juli 2026 das bisherige Gebäudeenergiegesetz ersetzt.
Für Häuser mit höchstens zwei Wohnungen gibt es eine Ausnahme. Hat der Eigentümer am 1. Februar 2002 selbst darin gewohnt, greift die Pflicht erst beim Eigentümerwechsel. Als neuer Eigentümer hast du dann zwei Jahre ab dem Eigentumsübergang Zeit.
Die Maßnahme ist vergleichsweise günstig. Laut co2online kostet die Dämmung einer nicht begehbaren Decke etwa 20 bis 35 Euro je Quadratmeter, einer begehbaren etwa 40 bis 80 Euro. Sie spart rund 7 Prozent Heizenergie und hat sich nach etwa 10 bis 15 Jahren bezahlt gemacht.
Kurz gesagt: Der Dachboden ist oft die günstigste große Dämmmaßnahme. Prüf nach dem Kauf zuerst, ob die Pflicht für dich gilt.
Lohnt sich Rohrdämmung im Keller?
Rohrdämmung ist eine der günstigsten Maßnahmen überhaupt und in vielen Fällen Pflicht. Nach § 69 GModG müssen bisher ungedämmte, zugängliche Heizungsrohre und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen gedämmt werden. Für neue Eigentümer gilt dieselbe Zweijahresfrist wie beim Dachboden.
Die Verbraucherzentrale rechnet mit etwa 5 bis 10 Euro Materialkosten je Meter. Mit etwas Geschick bringst du die Rohrschalen selbst an und sparst pro Meter Rohr mehrere Euro im Jahr.
Wann lohnt sich ein Heizungstausch?
Ein Heizungstausch ist die größte und teuerste Stellschraube, deshalb gehört er in einen Gesamtplan. Wer zuerst dämmt und danach die Heizung tauscht, kann die neue Anlage kleiner auslegen. Warum diese Reihenfolge so wichtig ist, erklären wir im Ratgeber Altbau kaufen und sanieren.
Für klimafreundliche Heizungen wie Wärmepumpen gibt es bei der KfW einen Zuschuss von 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Höhe hängt unter anderem vom Einkommen ab, Familien mit Kindern bekommen einen Zuschlag. Den Antrag stellst du vor Beginn des Vorhabens. Wie viel Spielraum euer Budget dafür lässt, rechnest du mit unserem Ratgeber Wie viel Haus kannst du dir leisten? durch.
Kurz gesagt: Erst einstellen und dämmen, dann über die Heizung entscheiden. Eine Energieberatung hilft dir, die Schritte sinnvoll zu ordnen.
Herz
Ein warmes Zuhause ist mehr als eine Zahl auf dem Thermostat. Es ist die Decke auf dem Sofa, das Kinderzimmer, in dem niemand friert, und der Tee am Fenster.
Verstand
Jedes Grad weniger spart laut Verbraucherzentrale ungefähr 6 Prozent Heizenergie. Ein hydraulischer Abgleich bringt in einem Haus mit 110 Quadratmetern laut co2online etwa 160 Euro im Jahr. Gemütlich und sparsam schließen sich also nicht aus.
Wenn du gerade erst einziehst, plane Rohrdämmung und Dachboden gleich mit ein. Welche Arbeiten vor den Möbeln fertig sein sollten, zeigt unser Ratgeber Renovieren vor dem Einzug.
Häufige Fragen
Was bringt am meisten, um Heizkosten zu sparen?
Ohne Kosten wirkt die Raumtemperatur am stärksten, jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent. An der Technik bringen hydraulischer Abgleich und eine gut eingestellte Heizkurve jeweils etwa 5 Prozent. Langfristig senkt Dämmung den Bedarf am deutlichsten.
Wie viel kostet ein hydraulischer Abgleich?
Laut co2online kostet ein Abgleich mit neuen Thermostatventilen im Einfamilienhaus etwa 650 bis 1.250 Euro. Das BAFA fördert die Heizungsoptimierung in Häusern mit bis zu fünf Wohnungen. Den Antrag stellst du vor der Beauftragung.
Welche Raumtemperatur ist sinnvoll?
Das Umweltbundesamt empfiehlt möglichst nicht mehr als 20 Grad im Wohnbereich, 18 Grad in der Küche und 17 Grad im Schlafzimmer. Unter 16 Grad sollte laut Verbraucherzentrale kein Raum fallen, damit sich kein Schimmel bildet.
Muss ich als neuer Eigentümer den Dachboden dämmen?
Wenn die oberste Geschossdecke den Mindestwärmeschutz nicht erfüllt, in der Regel ja. Das gilt auch für ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Räumen. Du hast dafür zwei Jahre ab dem Eigentumsübergang Zeit, Details klärt eine Energieberatung.
Warum sollte ich nicht dauerhaft kippen?
Dauerhaft gekippte Fenster verschwenden laut Umweltbundesamt Heizenergie und können zu Feuchtigkeit an kalten Stellen führen. Besser ist, die Fenster mehrmals täglich ganz zu öffnen und etwa fünf Minuten kräftig zu lüften. So tauschst du die Luft schnell aus und verlierst weniger Wärme.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Heizung optimieren und Heizkosten sparen, verbraucherzentrale.de sowie Thermostat richtig einstellen, verbraucherzentrale.de
- co2online: Hydraulischer Abgleich, Kosten und Sparpotenzial, co2online.de sowie Oberste Geschossdecke dämmen, co2online.de
- Umweltbundesamt: Heizen und Raumtemperatur, umweltbundesamt.de
- Bundesministerium der Justiz: Gebäudemodernisierungsgesetz § 35 und § 69, gesetze-im-internet.de, gesetze-im-internet.de
- KfW: Heizungsförderung, kfw.de



