Das erste gemeinsame Zuhause richtet ihr am besten Schritt für Schritt ein. Sichtet zuerst, was ihr beide mitbringt, stattet dann die wichtigsten Räume aus und ergänzt den Rest nach und nach. Ein fester Budgetplan und gebrauchte Möbel helfen euch, auch mit wenig Geld schnell gut zu wohnen.

Nach Kaufvertrag, Finanzierung und Umzug ist das Konto oft ziemlich leer. Dieser Artikel ist die fünfte Etappe unserer Serie Der Weg ins Eigenheim. Er zeigt dir, wie ihr aus zwei Haushalten ein Zuhause macht, ohne euch zu überfordern.

Wie führt ihr zwei Haushalte zu einem zusammen?

Zwei Haushalte werden zu einem, wenn ihr vor dem Umzug gemeinsam jede Möbelgruppe durchgeht und bewusst entscheidet. Oft habt ihr plötzlich zwei Sofas, zwei Toaster und drei Bücherregale. Das ist kein Problem, sondern eure erste Materialsammlung.

Macht dafür eine einfache Liste mit drei Spalten: bleibt, geht, vielleicht. Messt die Räume im neuen Zuhause vorher aus und nehmt den Grundriss zur Hand. Ein Möbelstück, das in keinen Raum passt, zieht am besten gar nicht erst mit um. Das spart Tragen, Umzugsvolumen und Nerven.

Nehmen wir an, ihr habt beide ein Bett. Eines ist neuer, das andere breiter. Statt lange über Geschmack zu diskutieren, fragt ihr: Welches passt ins neue Schlafzimmer, und welches kann ins Gästezimmer? Solche Fragen klären oft mehr als jedes Stilurteil.

Was bleibt und was geht?

Diese vier Fragen helfen euch bei jeder Entscheidung:

  1. Passt das Stück in Größe und Maß in einen konkreten Raum?
  2. Ist es in gutem Zustand oder lässt es sich mit wenig Aufwand reparieren?
  3. Nutzt ihr es wirklich, oder steht es seit Jahren nur herum?
  4. Hängt einer von euch emotional daran?

Der vierte Punkt ist wichtig. Ein altes Erbstück darf bleiben, auch wenn es nicht perfekt zum Rest passt. Solche Stücke machen ein Zuhause persönlich. Was geht, könnt ihr verkaufen, verschenken oder spenden.

Kurz gesagt: Entscheidet nach Maß, Zustand und Nutzen, und lasst Platz für Lieblingsstücke.

Welche Räume haben Vorrang?

Zuerst kommen die Räume, die ihr jeden Tag braucht: Schlafzimmer, Küche und Bad. Danach folgt ein Platz zum Sitzen und Essen. Arbeitszimmer, Gästezimmer und Deko dürfen warten.

Ein gutes Bett ist die wichtigste Anschaffung. Wer schlecht schläft, hat für alles andere wenig Energie. In der Küche reicht am Anfang die Grundausstattung. Im Bad genügen Handtücher, ein Spiegel und etwas Stauraum.

Wohnzimmer und Flur gestaltet ihr am besten erst, wenn ihr eine Weile darin gelebt habt. Dann merkt ihr, wo ihr wirklich sitzt, wo Licht fehlt und wo sich Dinge stapeln. Wie ihr das Wohnzimmer später gemütlich macht, zeigen wir dir im Artikel Wohnzimmer gemütlich machen.

Priorität Raum Was zuerst zählt
1 Schlafzimmer Bett, Matratze, Vorhänge oder Verdunklung
1 Küche Kochgeschirr, Geschirr, Aufbewahrung
1 Bad Handtücher, Spiegel, kleiner Stauraum
2 Wohnzimmer Sitzplatz, Licht, kleiner Tisch
2 Essplatz Tisch und Stühle
3 Flur, Arbeitszimmer, Gästezimmer Garderobe, Schreibtisch, Gästebett
3 Deko und Extras Bilder, Teppiche, Pflanzen

Plant ihr Nachwuchs oder habt schon Kinder? Dann lohnt sich ein Blick in unseren Ratgeber Kleines Kinderzimmer clever einrichten.

Wie plant ihr ein Einrichtungsbudget?

Ein Einrichtungsbudget ist eine feste Summe, die ihr vorher festlegt und auf Räume verteilt. Wie hoch sie sein kann, hängt von eurer Finanzierung und euren Rücklagen ab. Ein Notgroschen für Reparaturen am Haus sollte dabei unangetastet bleiben. Wie ihr euren Spielraum insgesamt rechnet, erklärt der Artikel Wie viel Haus kannst du dir leisten?.

Die folgende Tabelle ist ein reines Beispiel. Die Beträge sind keine Durchschnittswerte. Sie zeigen nur, wie ihr eine Summe sinnvoll aufteilen könnt.

Beispiel: So könnt ihr 5.000 Euro Einrichtungsbudget aufteilen
Posten Anteil Betrag
Schlafzimmer (Bett, Matratze) 30 % 1.500 €
Küche und Haushalt 20 % 1.000 €
Wohnzimmer (Sitzplatz, Licht) 20 % 1.000 €
Bad, Flur und Kleinkram 10 % 500 €
Reserve für Unvorhergesehenes 20 % 1.000 €
Summe 100 % 5.000 €

Eure Zahlen können ganz anders aussehen. Wichtig ist nur, dass die Reserve fest eingeplant ist.

Warum eine so große Reserve? Beim Einzug fehlen oft Dinge, an die vorher niemand gedacht hat. Eine Lampe für den Flur, ein längerer Vorhang, passende Dübel für das Regal. Kleine Beträge summieren sich schnell.

Tipp für den Alltag: Führt eine gemeinsame Liste, auf der ihr jede Ausgabe notiert. So seht ihr jederzeit, wie viel noch übrig ist. Und keiner von euch muss raten, was der andere schon gekauft hat.

Kurz gesagt: Legt eine feste Summe fest, verteilt sie nach Priorität und plant eine Reserve ein.

Herz

Ihr wollt euch endlich zu Hause fühlen, am liebsten sofort. Ein neues Sofa, schöne Lampen und ein großer Tisch für Freunde stehen ganz oben auf der Wunschliste. Das ist verständlich, schließlich ist es euer erstes gemeinsames Nest.

Verstand

Kauft ihr gebraucht bei einem Händler, darf er die Gewährleistung auf ein Jahr begrenzen, statt der üblichen zwei Jahre. Bei einem Privatkauf kann sie sogar ganz ausgeschlossen werden. Prüft gebrauchte Stücke deshalb vor Ort gründlich und kauft große Teile erst, wenn das Budget sie hergibt.

Lohnt es sich, gebraucht zu kaufen?

Gebraucht kaufen lohnt sich vor allem bei langlebigen Möbeln wie Tischen, Stühlen, Schränken und Regalen. Das Umweltbundesamt nennt Kleinanzeigen, Flohmärkte, Sozialkaufhäuser, Vintageläden und Antiquitätengeschäfte als gute Fundorte. Ihr spart Geld und schont Ressourcen.

Achtet beim Besichtigen auf wacklige Verbindungen, Schäden, Gerüche und Schädlinge. Bei Matratzen und stark genutzten Polstermöbeln seid ihr mit Neuware oft auf der sichereren Seite. Den Zustand im Inneren könnt ihr kaum beurteilen.

Kleine Schäden sind kein Grund, ein Möbelstück abzulehnen. Ein Kratzer lässt sich abschleifen, ein Griff austauschen, eine Kommode neu streichen. Solche kleinen Projekte machen oft Spaß. Und am Ende ist das Stück ganz eures.

Worauf solltet ihr bei neuen Möbeln achten?

Neue Möbel aus Holzwerkstoffen können Stoffe an die Raumluft abgeben. Laut Umweltbundesamt steckt Formaldehyd vor allem in Spanplatten, MDF und Sperrholz. Achtet deshalb auf Umweltzeichen wie den Blauen Engel und lüftet gut, wenn neue Möbel einziehen.

Gebrauchte Möbel prüfen

  • Maße nachmessen: Passt das Stück in den Raum und durch die Tür?
  • Stabilität testen: Wackeln Verbindungen oder Beine?
  • Schubladen und Türen öffnen und schließen
  • Auf Gerüche, Feuchtigkeit und Schädlinge achten
  • Transport klären, bevor ihr zusagt
  • Beim Händler nach der Gewährleistung fragen

Kurz gesagt: Gebrauchte Möbel sind eine gute Wahl, wenn ihr genau hinschaut und den Transport vorher klärt.

Wie richtet ihr euch Stück für Stück ein?

Stück für Stück einrichten heißt: erst wohnen, dann kaufen. Ihr lebt einige Wochen in den Räumen und merkt, was wirklich fehlt. Viele Fehlkäufe entstehen, weil man in den ersten Tagen alles auf einmal fertig haben will.

Legt eine gemeinsame Wunschliste an und sortiert sie nach Dringlichkeit. Was nach einem Monat noch oben steht, ist wirklich wichtig. Was ihr inzwischen vergessen habt, war es vermutlich nicht.

Nehmen wir an, ihr wünscht euch einen großen Esstisch. In den ersten Wochen esst ihr am alten Klapptisch und merkt, dass ihr meist zu zweit seid. Vielleicht reicht dann ein kleinerer Tisch, den ihr bei Besuch ausziehen könnt. Solche Erkenntnisse kommen nur mit der Zeit.

Nehmt euch für jede größere Anschaffung ein paar Tage Bedenkzeit. Besprecht sie gemeinsam und schaut auf euer Budget. So vermeidet ihr Streit und Spontankäufe, die ihr später bereut.

Hilfreich ist auch eine gemeinsame Stilrichtung. Sammelt Bilder, die euch beiden gefallen, und sucht nach Gemeinsamkeiten bei Farben und Materialien. Ihr müsst nicht alles gleich mögen. Ein roter Faden reicht.

Kurz gesagt: Erst wohnen, dann kaufen, und größere Anschaffungen immer gemeinsam entscheiden.

Häufige Fragen

Was sollten wir beim Einzug zuerst kaufen?

Zuerst braucht ihr ein gutes Bett, eine nutzbare Küche und das Nötigste fürs Bad. Diese Räume nutzt ihr jeden Tag. Alles Weitere ergänzt ihr nach und nach, wenn ihr merkt, was wirklich fehlt.

Wie viel Geld sollten wir für die Einrichtung einplanen?

Das hängt von eurer Finanzierung und euren Rücklagen ab, eine allgemeine Summe gibt es nicht. Legt vorher einen festen Betrag fest, verteilt ihn nach Räumen und plant eine Reserve ein. Den Notgroschen für Reparaturen am Haus solltet ihr dafür nicht antasten.

Wie einigen wir uns bei unterschiedlichem Geschmack?

Sammelt getrennt Bilder von Räumen, die euch gefallen, und vergleicht sie dann. Meist findet ihr schnell gemeinsame Farben oder Materialien. Jeder darf außerdem ein oder zwei Lieblingsstücke behalten, auch wenn sie nicht perfekt passen.

Welche Möbel sollten wir besser neu kaufen?

Bei Matratzen und stark genutzten Polstermöbeln ist neu oft die sicherere Wahl. Den Zustand im Inneren könnt ihr bei gebrauchten Stücken kaum beurteilen. Tische, Stühle, Schränke und Regale lassen sich dagegen gut gebraucht kaufen.

Was machen wir mit doppelten Möbeln?

Entscheidet nach Maß, Zustand und Nutzen, welches Stück bleibt. Den Rest könnt ihr verkaufen, verschenken oder spenden. Klärt das am besten vor dem Umzug, dann müsst ihr weniger tragen. Mehr dazu findest du in unserer Checkliste für den Umzug ins Eigenheim.

Quellen

  • Umweltbundesamt: Umweltfreundliche Möbel: Ressourcenschonung mit einem gesunden Raumklima verbinden, umweltbundesamt.de
  • Verbraucherzentrale Bundesverband: Alles zu Gewährleistung und Garantie, verbraucherzentrale.de